Reisebericht: Bhutan – ein Traum wird wahr!

Ein Bhutan Reisebericht vom Frühjahr 2017 der berghorizonte Rundreise „Pilgerwege zum letzten Shang Ri La“

Bhutan

Köngreich Bhutan – ein Traum wird wahr! Bhutan, das Land des Donnerdrachen liegt in Südasien und grenzt im Süden an Indien sowie im Norden an Tibet/China. Über 80 Prozent des Landes liegen in über 2.000 m Höhe – das Land ist geprägt vom Himalaya Gebiet (Kopfweh und ein flauer Magen warten auf mich). Das Land hat etwa die Größe der Schweiz. Mehr als zwei Drittel des Königreiches Bhutan sind bewaldet.

Bhutan ist auch ein Land, wo einige Regeln zu beachten sind. So ist Rauchen zum Beispiel allen Bürgern untersagt. Touristen erhalten eine Ausnahmeregelung. Wird einem etwas gereicht, so nimmt man dies mit zwei Händen entgegen. Sonnenbrillen auf die Haare zu setzen ist nicht gern gesehen und für Frauen sind kurze Hosen ein Tabu. Der Schwarztee darf nicht „Normal Black Tea“ genannt werden, wenn man ihn ohne Milch und Zucker möchte sondern einfach nur „Black Tea“ . . .und wenn man eine brave Reisegruppe ist, dann kann es sogar vorkommen, dass man im Bus vom „Guide“ ein Buddhistisches Lied zu hören bekommt – selbstverständlich von ihm gesungen! Und wer einmal eine heimische Speise probieren möchte: Junger Farn mit Käsesauce und Chilli ist einfach der Wahnsinn!

TOLLER SLOGAN – GENIALE SPRÜCHE

Nicht nur das Glücklichsein bekommt man in Bhutan beigebracht – soweit man das Glücklichsein überhaupt erlernen kann . . . . Bhutanesen sagen einem unter anderem folgendes, fragt man sie danach, wie sie Gücklichsein beschreiben würden:

„IF YOU ARE HAPPY, I AM MORE HAPPY“.  Wenn es so einfach wäre. Aber es ist schön, wenn dieser Satz zur Happiness aller beiträgt!

Bhutan hat folgenden Slogan der anscheinen von einem Guide kreiert wurde: BHUTAN –  HAPPINESS IS A PLAC! . Ein ausgezeichneter Slogan und soooooo wahr! Ausserdem sind am Strassenrand noch folgende geniale Sprüche zu finden – gemalt auf gelbe Steintafeln:

PIEP PIEP DON’T SLEEP / DRIVE WHY FLY / YOU WANT TO LAST, DON’T DRIVE FAST / SPEED THRILLS BUT KILLS / ALWAYS EXPECT UNEXPECTED / IF YOU ARE MARRIED, DIVORCE SPEED / IT IS NOT RALLYE ENJOY THE VALLEY…

Ich beantworten erst einmal die Frage, warum überhaupt „kalte Füsse“? Das ist relativ einfach zu beantworten. Schliesst man sich einer Reisegruppe an, die sich nicht nur «trekkend» durchs Land bewegt, sondern auch zahlreiche kulturelle Stätten besucht, so bleibt einem nicht erspart, dass man kalte Füsse bekommt. Bevor man nämlich die «heilige Stätte» betritt – also zum Beispiel das Innere eines Klosters oder den Teil eines Dzongs, welches nicht vom „Government“ genutzt wird sondern von Mönchen oder Nonnen, dann heisst es  immer zuerst: „Please take off your shoes!“ Und so neigen die Touristen gleichzeitig ihre Köpfe gen Boden und ziehen an ihren Schnürsenkeln um die dicken Wanderschuhe auszuziehen. So reihen sich vor dem Eingang in die Heiligen Gemächer des Klosters bzw. Dzongs Schuhpaar an Schuhpaar und verströmen einen Duft, der selbst die Tauben auf den bemalten Holzbalken zum Schwanken bringt. Ein grosser Schritt über die dreigeteilte Türschwelle (und ja nicht auf die mittlere Stufe treten, denn das bringt Unglück) und hinein geht es in das dunklere Innere! Der Boden besteht glücklicherweise meist aus Holz – manches mal aber auch aus Stein – dann wird es für die Füsse in den Trekking-Socken besonders unangenehm. Die Kälte kriecht spätestens nach 5 Minuten bis zu den Knien und nach weiteren 5 Minuten hat die Kälte die oberen Regionen erreicht. Wenn man Glück hat,  findet man auf den Böden zwei nach Putzlappen aussehende Rechtecke die aus Yak-Haar gewebt sind und die den Mönchen dazu dienen, die Holzplanken zu polieren sowie deren nackte Füsse zu wärmen. Hat man Pech, gibt es weit und breit nichts, dass die Kälte abhält und auf Zehenspitzen tänzelt man dann von einer bemalter Tonfigur zur nächsten und von Butterkerze zu Butterkerze – immer darauf bedacht,  möglichst wenig Berührungspunkte zum kalten Boden zu haben. Ab und zu findet man einen rot gemusterten Teppich, der  den Mönchen eigentlich zum Sitzen beim Gebet dient. Wir tun was fürs schlechte Karma und stellen uns mit unseren Socken darauf – Hauptsache, ein paar Sekunden weg von dem frostigen Boden! Um unser Karma anschliessend wieder zu verbessern und uns von unseren begangenen Sünden zu befreien, drehen wir anschliessend fleissig wieder dem Uhrzeigersinn nach die Gebetsmühlen.

Nun aber zur Frage aller Fragen: Warum kann man in Bhutan glücklich sein, trotz kalter Füsse? Das die Bhutanesen zu den glücklichsten Völkern gehören, das ist ja mittlerweile an jedes Ohr gedrungen . . . Ich denke nun kurz mal nach, warum ich hier trotz kalter Füsse glücklich bin . . . . . . . . also da wäre zum Beispiel das breite, aus vollem Herzen kommende Lächeln der Bhutanesen, die wunderschöne Natur, die Ruhe, die Gelassenheit, die spielenden Kinder auf den Strassen die uns zuwinken, wenn wir an ihnen vorüber gehen. Die alten Menschen, die mit einem Holzstock in der Hand an den Klöstern vorbei laufen und die Gebetsmühlen drehen. Die vielen Hunde, die friedlich auf der Erde liegen oder schwanzwedelnd auf uns zukommen. Yaks auf den Wiesen, Kühe auf den Strassen mit kleinen Kälbern. Farbenfroh bemalte, wunderschöne Häuser.  Achtsamkeit, die uns überall begegnet und die ansteckende Fröhlichkeit. Die endlosen Kiefern- und Laubwälder, riesengrosse Rhododendren, die in weiss, rosa, gelb und rot blühen. Primeln  überall  in zartem lila – die blühenden Senfblüten in leuchtendem gelb. Bunte Stoffe, tolle Gewänder, Frauen mit ihren Babys auf dem Rücken, Schwarztee mit Milch und Keksen, über abenteuerliche Strassen fahren und die Landschaft geniessen, neue Speisen ausprobieren, mal nichts zu hören ausser das Singen der Vögel. Sich im Hotelzimmer an einem knisternden Holzofen aufwärmen, Porridge zum Frühstück, Gesang und Gebet von Nonnen, wunderschöne Flüsse und Wasserfälle, weisse Bergspitzen, Sonnenaufgänge und Nebelfelder. Der Zusammenhalt der Dorfbewohner, alte Frauen sitzend vor Gebetsmühlen, Gespräche mit Einheimischen, selbst um ein Kloster herumlaufen und endlos lange an Gebetsmühlen drehen. Blühende Magnolien in weiss, rosa oder dunklem rosa, mit den Guides Lieder singen, ihnen beim Singen zuhören, Bhutanischen Rotwein probieren,  silbergraue Katzen füttern, die frische Luft atmen und last but not least: ZEIT zu haben, dies alles erleben zu dürfen und jetzt und hier aufschreiben zu können – das ist für mich momentan das grosse GLÜCK. . . .


Hier können Sie den Bhutan Reisebericht und Reisebilder unsere Kundin Heike Reutlinger auf Ihrer Website weiterlesen – Link: https://www.muschelsucherin.com/bhutan/

By | 2017-10-11T15:11:40+00:00 30 Juli 2017|Gästebuch, Reiseberichte|0 Kommentare

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